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| Code: BSP-24.189 |
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1S (1 Semesterwochenstunde) |
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1 |
| Studiensemester: 6 |
| Pflichtfach: nein |
Arbeitssprache:
Deutsch |
Studienleistungen (lt. Studienordnung/ASPO-Anlage):
Seminarbeitrag |
Prüfungsart:
BE/NB
[letzte Änderung 24.03.2026]
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BSP-24.189 Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit, Bachelor, ASPO 01.10.2019
, 6. Semester, Wahlpflichtfach
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Die Präsenzzeit dieses Moduls umfasst bei 15 Semesterwochen 15 Veranstaltungsstunden (= 11.25 Zeitstunden). Der Gesamtumfang des Moduls beträgt bei 1 Creditpoints 30 Stunden (30 Std/ECTS). Daher stehen für die Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung zusammen mit der Prüfungsvorbereitung 18.75 Stunden zur Verfügung.
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Empfohlene Voraussetzungen (Module):
Keine.
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Als Vorkenntnis empfohlen für Module:
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Modulverantwortung:
Studienleitung |
Dozent/innen: Studienleitung
[letzte Änderung 24.03.2026]
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Lernziele:
[noch nicht erfasst]
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Inhalt:
Jürgen Habermas zählt zu den weltweit einflussreichsten lebenden Intellektuellen. Am 18. Juni 2019 wird er 90 Jahre alt – Grund genug, einen Rückblick auf sein wissenschaftliches Werk und das hiermit verbundene Wirken zu unternehmen. Habermas ist bekannt als Philosoph und Soziologe – und als streitbarer Mitbürger. Er hat an einer Vielzahl bedeutender Auseinandersetzungen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland entscheidend mitgewirkt: • So war er – mit seiner Einlassung zur Wiederveröffentlichung der „Einführung in die Metaphysik“ Martin Hei¬deg¬gers gegen Mitte der Fünfziger Jahre – einer der ersten lauten Kri-tiker der unbefriedigenden Bewäl¬tigung (bzw. gar des Versuchs einer Rehabilitation) des Natio¬nalsozialismus, und auch über 30 Jahre später musste er noch vehe¬ment gegen apologetische Ten¬denzen in der deutschen Zeitgeschichtsschreibung seine Stimme erheben („Historiker¬streit“). • Immer engagierte er sich für das Konzept einer partizipativen Demokratie der politischen Öffentlichkeit und gegen die Zwänge einer „technokratischen Vernunft“. • Er bezog im „Positivismusstreit“ auf Seiten der Vertreter der Kritischen Theorie Position und entwarf eine Theorie der interessengeleiteten Erkenntnis – zentral in diesem Zusammenhang wurde die Feststellung, dass Erkenntniskritik nur noch als Gesellschaftstheorie möglich ist. Im Ergebnis besagt eine solche Position, dass Wahrnehmung und Erkenntnis immer historisch und gesellschaftlich geprägt sind, dass es also keine per se überzeitlich gültigen Wahrheiten geben kann. Im akademischen Diskurs sind seine Überlegungen zu den Bedingungen und Grundlagen einer emanzipatorisch ausgerichteten Gesellschaftstheorie von außerordentlicher Bedeutung: Mit der Aufnahme sprachphilosophischer Elemente (Theorie der Sprechakte, Universalpragmatik etc.) und … der Kombination dieser Überlegungen mit denen einer neomarxistischen Rekonstruktion des Historischen Materialismus … gelang ihm – im Anschluss an die Hauptgedanken der etablierten sozialwissenschaftlichen Theorien (Intersubjektivitätstheorie, Funktionalismus, Systemtheorie) – 1981 ein eindrucksvoller Entwurf zu einer „Theorie des kommunikativen Handelns“, die ein stringentes Verständnis der internen Widersprüche der modernen Gesellschaft ermöglichte. Auf der Grundlage dieses Ansatzes hat sich Habermas auch in den Folgejahren an einer Vielzahl von Diskussionen und zu verschiedensten Themen – so beispielsweise zur Eugenik, zur Position der Religion in der Gesellschaft, zur neoliberal-technokratischen Überformung der Politik, zum Status der politischen Integration im „Projekt Europa“ – geäußert und seine Einschätzungen zu Risiken, Problemen oder Chancen aktueller Entwicklungen zur Diskussion gestellt. Im Zuge des hier vorgeschlagenen eintägigen Seminars soll ein Überblick und eine grundlegende Einführung zu den zentralen wissenschaftlichen und politischen Etappen und Aussagen des Jubilars vermittelt werden. Zentrale Thesen seines wissenschaftlichen Werkes sollen diskutiert und hinsichtlich ihrer Implikationen für die Soziale Arbeit überprüft werden.
[letzte Änderung 24.03.2026]
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Literatur:
Jürgen Habermas (1968): Technik und Wissenschaft als „Ideologie“, Suhrkamp, Frankfurt am Main Jürgen Habermas (1967): Zur Logik der Sozialwissenschaften, Beiheft 5 der: Philosophischen Rund-schau, Tübingen (NA: Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970; 5., erweiterte Auflage 1982) Jürgen Habermas (1981): Theorie des kommunikativen Handelns, Band 1: Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung; Band 2: Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft, Suhr¬kamp, Frankfurt am Main Axel Honneth (1985): Kritik der Macht. Reflexionsstufen einer kritischen Gesellschaftstheorie, Suhr¬kamp, Frankfurt am Main Axel Honneth (2007): Jürgen Habermas. In: Klassiker der Soziologie, Band II: Von Talcott Parsons bis Anthony Giddens. Hrsg. von Dirk Kaesler, 5. Auflage, Beck, München Stefan Müller-Doohm (2014): Jürgen Habermas. Eine Biographie, Suhrkamp, Berlin
[letzte Änderung 24.03.2026]
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